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DHL, ich hasse dich!

 

Ich bin ein guter Mensch. Ich büße für meine Sünden und trotzdem sucht mich der Teufel heim.

Mein Name ist Lisa Goigner und ich wurde verflucht. Ein Schädling hat sich in meinen Alltag eingeschlichen. Ich weis, viele von euch denken jetzt bestimmt, ich sei verrückt. Doch glaubt mir, ich werde von dem Bösen verfolgt und ich wette, ganz vielen geht es da draußen gleich.

 


 

All das fing schon sehr früh an, doch leider merkte ich erst spät, dass es ein unendlicher Teufelskreis ist. Seitdem es Online Shops gibt, bestelle ich für mein Leben gerne. Sei es für eine viel zu übertriebene Geburtstagsparty, die nächste Instagram Reise oder schlicht und einfach, weil ich ein Egoist bin, und ich aus Langeweile und Geldüberschuss neue Klamotten bestellen muss; Dinge zu  bestellen ist mein größtes Hobby.

Mein Leben und das Bestellen war immer unkompliziert.

Doch nun hat sich ein Parasit im Internet breitgemacht.

Er befallt alles, was ich kaufen will und unbedingt brauche – und das schlimmste daran: Niemand ist vor ihm sicher. Er wandert auf der ganzen Welt umher und schlägt zu, wenn man es am wenigsten erwartet. Vielleicht seid ihr auch schon betroffen, ohne dass ihr es gar wisst.

Ich möchte euch ja keine Angst machen, aber ich scherze hier nicht.

 


 

Es fängt damit an, dass ihr euer Geld im Internet loswerden möchtet. Ihr wollt es aus dem Fenster schmeißen und unbedingt noch so eine blaue Mom Jeans kaufen, die euren Po auf dem neuem Instagram Foto größer aussehen lassen soll. Keine Sorge, ich versteh das vollkommen.

Nachdem ihr endlich eine viel zu teure Jeans gefunden habt, geht ihr zur Kasse, wählt die Zahlungsmethode und Versandart und schließt den Kauf ab.

Doch hier ist es bereits zu spät.

Und ihr habt es gar nicht bemerkt.

Die Bestätigungsemail trifft ein, ihr freut euch und könnt es kaum erwarten, das Paket in euren Händen zu halten.

Doch das wird niemals geschehen, denn eure Bestellung wird mit DHL ausgeliefert. 

Der Parasit, aka DHL, spielt ab sofort mit euren Gefühlen. Euer Vertrauen wird schamlos missbraucht und ihr fällt in ein tiefes, rot-gelbes Loch.

Willkommen in der DHL Hölle!

Von außen mag alles perfekt erscheinen, die Sendungsverfolgung lässt euch glauben, euer Paket sei bereits auf dem Weg zu euch. Das ist jedoch nur ein mieser Trick, es ist ganz schlicht und einfach nur gelogen.

Ihr wartet, und wartet; tagelang, wochenlange, monatelang und möglicherweise auch jahrelang – Aber eigentlich weis das gar niemand so genau, denn DHL kann euch zu nichts Auskunft geben.

Ihr habt richtig gelesen; KEINER, NIEMAND und NICHTS kann euch mit eurem Paket weiterhelfen.

Ihr seid zutiefst deprimiert, habt die Hoffnung schon fast aufgegeben, doch dann, plötzlich, aus dem Nichts, ein kleiner gelber Hoffnungsschimmer. In der Sendungsverfolgung hat sich etwas getan. Euer Paket soll nach Wochen endlich zugestellt werden.

Abgesehen davon, dass die bestellte Mom Jeans euch sowieso nicht mehr passt, weil ihr die letzten Wochen aus Frust nur Fast Food gefressen habt, freut ihr euch wie noch nie zuvor in eurem Leben.

 


 

Vorfreude ist doch die schönste Freude – oder?

Doch was, wenn ihr ewig in dieser Gefühlslage gefangen seid? Tja, dank DHL ist das nun möglich. Ein kostenloses Zuckerl zu eurer Bestellung, sozusagen.

Der Tag der Zustellung. Ihr wartet. Und wartet. Und wartet. Und wartet. Und wartet.

Es ist bereits 23:20 und der Zusteller war noch immer nicht da.

Ihr könnt es nicht glauben, ruft am nächsten Morgen bei der angegeben Kundenhotline an.

Schmerzlichst müsst ihr nun am eigenen Leib erfahren, was es heißt, von diesem Fluch belegt zu sein. Denn die als “Kundenservice” getarnte Rufnummer ist nämlich in Wirklichkeit ein Arbeitsplatz für Personen mit komplettem Gedächtnisverlust – Wenn ihr denn überhaupt zu so einem Mitarbeiter durchgestellt werdet.

Ich will hier nicht behaupten, dass ich hellsehen könnte. Doch kann ich euch den Gesprächsablauf schon vorhersagen.

Die einzigen Antworten die ihr bekommen werdet lauten nämlich:

“Das weiß ich leider nicht.” oder auch gerne mal “Dazu kann ich Ihnen leider keine Auskunft geben.”

Ein weiterer Klassiker ist auch “Dafür bin ich nicht zuständig.”

 


 

Ihr seid nun auch ein Teil dieser geschädigten Gesellschaft. Wir leiden nun gemeinsam.

Können wir etwas dagegen tun? Die Antwort lautet Nein.

Werden unsere Pakete jemals zugestellt?

Werden wir jemals unsere neue Jeans auf Instagram präsentieren können?

DHL weis es bestimmt nicht. 

Und ich auch nicht.

DHL, ich hasse dich.

 

 

** Dieser Satz steht hier für all jene, die nicht verstanden haben, dass dieser Text eine Satire ist. Mit ein bisschen Wahrheit.

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